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Die von der UNO-Vollversammlung 2002 beschlossene Weltdekade „Bildung für
Nachhaltigkeit“ (2005 - 2014) zielt auf reflektierte Verhaltensänderung weiter
Bevölkerungskreise in allen Kulturen.
Gleiches gilt für die "Erklärung zum Weltethos" aus dem Jahr 1993.
Die je unterschiedlichen Herausforderungen in Entwicklungs-, Schwellen- und
Industrieländern sind differentiert beschrieben im GLOBAL MARSHALL PLAN.
Auch die als „Faktor 4“ oder „Faktor 10“ publizierten Konzepte legen nahe,
Ressourcennutzung und –verbrauch sorgfältig zu prüfen und einzuschränken. Dabei gilt
es in jeder Region dieser Erde, jedem Menschen Existenzsicherung und
Lebensentfaltung zu sichern. Es gilt Wege zu finden, jedem Menschen die seiner
Personenwürde gemäße Lebensqualität zu ermöglichen.
Lebensformen, die sich auf Kosten berechtigter Lebensinteressen anderer Menschen
und Bevölkerungsgruppen entwickelten und weiterhin entfalten, sind zu überwinden.
Wollen wir diese Herausforderungen im gesellschaftlichen Konsens angehen und
bewältigen, bedarf es intensiver sozialer Dialoge mit kreativen Arbeitansätzen.
Erfolgreiche, teilnehmerorientierte Grundkonzepte ausserschulischer Jugendbildung
(LEARNING BY DOING, Baden Powell oder SEHEN-URTEILEN-HANDELN
bzw. VORMACHEN-MITMACHEN-NACHMACHEN LASSEN, Joseph Cardijn)
beweisen ihre Relevanz seit Jahren auch in der Erwachsenenbildung.
Gut versorgt im 4-Sterne-Tagungshotel läßt sich trefflich über globale Verteilungs- und
Bedarfsgerechtigkeit philosophieren und seminarisieren. Doch wie läßt sich dort
erfahrbar machen, wie auch unter reduzierter Ressourcennutzung Lebensqualität erhalten
und ausgebaut werden kann?
Welcher Raum bietet die besten Chancen auf dem Weg von den Begriffen zum be-
greifen?
Kreative Impulse konzeptionell auszuarbeiten, sie zu erproben, als „Modelle des
Möglichen“ in den gesellschaftlichen Dialog einzubringen, bedarf experimenteller
Freiräume.
Gesellschaftlicher Dialog im öffentlichen Freiraum
Jede größere Kommune verfügt über mittelfristig ungenutzte Liegenschaften. Bebaute
und unbebaute Gewerbe- oder Industriegelände liegen jahrelang brach, bis sie nach
neuen Nutzungskonzepten langfristig umgewidmet werden.
Eine vertraglich geregelte Zwischennutzung brachliegender Liegenschaften eröffnet bei
geringstem Aufwand neue Felder „begreifender Bildung“.
Das Konzept „Campus der LebensKünste“ verdichtet die Erfahrungen aus über 35
Jahren teilnehmerorientierter politisch-sozialer Bildung mit Jugendlichen und
Erwachsenen.
Dabei verzichtet der Träger auf öffentliche Fördermittel und beschränkt sich auf die
Zwischennutzung brachliegender Liegenschaften.
"Wo kämen wir denn hin, wenn jeder sagte:
`Wo kämen wir denn da hin?´,
aber niemand machte sich auf, um zu schauen,
wohin wir kämen, wenn wir gingen",
fragte der schweizer Pfarrer und Lyriker Kurt Marti.
Jede Gesellschaft hat und braucht die Avantgarde der "Cultural creatives", also jener
Menschen, die sich auf den Weg machen nach zukunftsfähigen und sozial verträglichen
Lösungen anstehender Herausforderungen.
Die kulturelle Qualität einer Gesellschaft zeigt sich auch darin, welche Freiräume diesen
Vordenkern und Zukunft-Scouts eingeräumt wird, wie sie unterstützt und rückgebunden
werden in den gesellschaftlichen Dialog.
Wir finden diese Vordenker in allen Sphären zwischenmenschlichen Agierens.
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Auf der Sinnebene fragen sie nach den lebensfördernden Werten und dem
Zusammenhalt der Gesellschaft.
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Sie tragen bei zu kultureller Weitergabe, Reflexion und Gestaltung.
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Sie befragen und empfehlen Strategien, Regeln und Normen sowie Wege, wie sie
gesetzt werden können.
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Sie überprüfen und entwickeln Konzepte zum verantwortbaren, zukunftsfähigen
Umgang mit den Ressourcen dieser Erde.
Sie nehmen sich selbst und ihre Mitmenschen ernst in der gegenseitigen
Mitverantwortung und suchen nach Wegen, ihr je konkret gerecht zu werden.
Sie verharren nicht schmollend in kritischer Analyse misslicher Zustände, sondern halten
Ausschau nach konstruktiven Gestaltungsmöglichkeiten.
Als Querdenker sind sie unbequem in Fragestellungen, Vorschlägen und
Aufforderungen, doch sind sie unbequem aus Verantwortung.
Anmerkungen zu den Entwicklungen:
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